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Führungswechsel bei der Stadtwerke Rinteln

Seit dem Jahr 1993 steht Jürgen Peterson als Geschäftsführer an der Führungsspitze der Stadtwerke. Ende des Jahres wird er in den verdienten Ruhestand gehen. In den fast 30 Jahren haben er und sein Team die Stadtwerke mit Unterstützung der Verwaltung und des Rates vom reinen Strom-, Gas- und Wasserversorger zu einem Unternehmensverbund umgebaut. Ein Unternehmen, das heute auf dem Stand der Technik arbeitet und vom Auetal bis Ostwestfalen tätig ist.

Peterson kommt aus der Verwaltung, dem Personalwesen und der Kämmerei. Er war daher der richtige Mann zur richtigen Zeit, um den städtischen Betrieb in ein kommunales Wirtschaftsunternehmen umzuwandeln. Peterson kannte auf der einen Seite die Abläufe einer Verwaltung und die Befindlichkeiten parlamentarischer Gremien. Auf der anderen Seite die Anforderungen an eine städtische Infrastruktur und die Erfordernisse eines sich schnell wandelnden Marktes. Stichworte hier: Stadt- und Dorfsanierungen, Ausbau des Industriegebietes, Strompreisliberalisierung, neue Technologien und Energiewende.

Peterson begann seine Ausbildung beim damaligen Landkreis Grafschaft Schaumburg, wechselte nach Stadthagen zum neuen Landkreis Schaumburg ins Amt für Wirtschaftsförderung. 1981 kam er nach Rinteln zurück. Zunächst ins Hauptamt, hier kümmerte er sich um das Personalwesen, dann wurde er Kämmerer, der Mann für die Finanzen. Damit Peterson überhaupt Geschäftsführer der Stadtwerke werden konnte, musste er vorher als Beamter auf Lebenszeit entlassen werden.

Peterson trieb zusammen mit seinem damaligen Geschäftsführerkollegen Jörg Karlikowski, heute Geschäftsführer der Stadtwerke Detmold, die Übernahme des Stromnetzes von der Elektrizitätswerk Wesertal GmbH in den Ortsteilen von Rinteln voran, fand dafür Mitstreiter im Rat und eine Mehrheit. Damals eine Millioneninvestition. Heute weiß man, es war die richtige Entscheidung. Jede damals in den Netzkauf investierte DM hat sich amortisiert.

Unter seiner Regie und in Abstimmung mit dem Rat wurde abschnittsweise das Kanalsystem der Stadt von Misch- auf Trennkanäle umgestellt. Neue Trinkwasserhochbehälter wurden gebaut, das Erdgasnetz ausgeweitet. Am Heinekamp ein neuer Brunnen gebohrt. Ohne den hätte Rinteln im letzten extrem trockenen Sommer bereits ein Versorgungsproblem beim Trinkwasser bekommen.

Durch Kooperationen mit den umliegenden Stadtwerken sind die Rintelner Stadtwerke heute vernetzt bis ins Auetal, Kalletal und Ostwestfalenlippe und dem Weserbergland. Kooperationen mit vielen Aspekten. So sichert beispielsweise die Zusammenarbeit mit rund 300 Landwirten im Rahmen der IG Weser GmbH (Interessengemeinschaft Wasserversorgungsunternehmen Weser), ein Zusammenschluss von sechs Wasserversorgern, die Trinkwasserqualität in der Stadt. Bei den Nitratwerten liegt Rinteln deutlich unter den Grenzwerten. Die Stadtwerke gründeten einen Biogas Pool, beteiligten sich an der Windgesellschaft Kalletal. 2014 wurden die Stadtwerke Lippe-Weser gemeinsam mit den Stadtwerken Bad Salzuflen, Detmold, Lemgo und Vlotho gegründet. Die zusammen mit der Gemeinde Auetal gegründete Netzgesellschaft Auetal ist seit 2015 Eigentümerin des Stromnetzes im Auetal.

In vielen neuen Technologien waren die Stadtwerke bei den Kommunen Vorreiter. So bei den Blockheizkraftwerken (das erste wurde im damaligen Kreiskrankenhaus in Betrieb genommen), so bei der Fotovoltaik. Die Stadtwerke bauten Anlagen auf Dächer öffentlicher Gebäude, installierten eine Bürgersolaranlage in Deckbergen. In Kooperation wurden bei Detmold und in Dörentrup ehemalige Mülldeponien mit Solar überbaut.

Als die Elektromobilität in Gang kam, stellten die Stadtwerke mit als eine der ersten niedersächsischen Kommunen Ladestationen auf.

Der von Peterson, seinem Führungsteam und den Mitarbeitern gestaltete Unternehmensverbund versorgt heute private Haushalte wie Gewerbebetriebe mit Strom, Gas und Wasser. Er betreibt über die Bäderbetriebe GmbH zwei Hallenbäder (in Steinbergen und an der Burgfeldsweide), dazu das Freibad. Die Gemeinnützige Verwaltungs- und Siedlungs-GmbH (GVS) kümmert sich um die Parkhäuser und verwaltet öffentliche Gebäude wie Grundschulen, Feuerwehrgerätehäuser, Dorfgemeinschaftshäuser und das Rathaus. Der Abwasserbetrieb kümmert sich um das Kanalsystem und die Kläranlage. Und die Stadtwerke sind heute ein wichtiger Ausbildungsbetrieb, mit derzeit 22 Ausbildungsplätzen. Ein kommunaler Betrieb, der auch das duale Studium anbietet.

Jürgen Peterson muss man in Rinteln eigentlich nicht vorstellen, er ist auch privat und gesellschaftlich immer mit der Weserstadt verbunden. Er wohnt mit seiner Frau in Friedrichshöhe, die drei Kinder sind erwachsen, zur Familie gehören bereits zwei Enkelkinder. Peterson ist in der Feuerwehr und im Vorstand der Dorfgemeinschaft.

Ulrich Karl übernimmt mit Beginn des neuen Jahres als Geschäftsführer einen funktionierenden Unternehmensverbund. Karl ist Rheinländer und kommt aus Meerbusch, einer Kleinstadt nahe der Stadt, die für das Rheinland steht, den Karneval und die rheinische Kultur: Düsseldorf.

Herr Karl - ab 01.01.2021 - Neuer Geschäftsführer der Stadtwerke

Die Branchenwahl war ihm, wenn man so will, bereits in die Wiege gelegt. Sein Vater war Installateurmeister und arbeitete bei den Stadtwerken Düsseldorf. Karl machte seine Lehre zum Gas-Wasser-Installateur in einem mittelständischen Handwerksbetrieb. Nach dem Diplomstudium der Versorgungstechnik an der Fachhochschule Köln, startete er seine Karriere bei den Stadtwerken Düsseldorf, zunächst als Gruppenleiter dann als Abteilungsleiter des Rohrleitungsbaus. Nach neun Jahren wechselte er zu den Stadtwerken Münster erst als Abteilungsleiter und ab 2010 als Hauptabteilungsleiter für Planung, Bau und Betrieb aller Netze Strom, Gas, Wasser, Wärme und Telekommunikation sowie der Wasserwerke und Lagerwirtschaft. 2016 ging er als technischer Leiter zurück ins Rheinland zur Monheimer Elektrizitäts- und Gasversorgung GmbH (MEGA). Nebenberuflich war Karl unter anderem zwei Jahre als Dozent der Gasversorgung an der Fachhochschule Köln tätig, und arbeitete seit 1999 in verschiedenen Gremien des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) aktiv mit.

Jetzt mit 54 Jahren habe er eine neue Aufgabe gesucht und in Rinteln gefunden, verriet Karl in einem Gespräch. In Münster habe er zum ersten Mal von der Weserstadt gehört, weil auch die Stadtwerke Rinteln Mitglied der Kooperative Nordwest sind.

Für Karl ist klar, wo die Aufgaben für die Zukunft der Stadtwerke liegen das würden schon Markt und Politik vorgeben, Stichworte hier Energiewende und Digitalisierung. Eine besondere Herausforderung sei die Weiterentwicklung und Nutzung der Wasserstoff-Technologie. Die Bundesregierung habe hier bereits die Weichen gestellt. Karl erinnert, dass in den Verbänden schon früh über die Idee diskutiert worden sei, wie das Erdgasnetz für den Wasserstofftransport genutzt werden könne.

Bei der Energiemarktliberalisierung habe sich zum Glück der Hype um das Strom- und Gaspreis-Hopping abgeflacht. Die meisten Kunden hätten inzwischen erkannt, dass kein Unternehmen Geld zu verschenken hat und die scheinbaren Vorteile der Billiganbieter sich schnell in Luft auflösen können.

Langfristig könne der Mangel an Facharbeitern und Nachwuchskräften auch für die Bäderbetriebe und Stadtwerke ein Problem werden. Hier stehe man im Wettbewerb und müsse, weiter die Initiative ergreifen. Ein Unsicherheitsfaktor für die nahe Zukunft seien die Auswirkungen der Coronapandemie. Sollten heimische Unternehmen verstärkt davon betroffen werden, würde das auch an den Stadtwerken nicht spurlos vorbei gehen.

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