Logo Lokalradio RInteln

offenes Bürger (WEB) Radio

Ältere können Corona-Warn-App nicht nutzen emporia fordert Digitalisierungs-Turbo

Nicht einmal die Hälfte der über 50-Jährigen in Deutschland nutzt die Corona App. Bei vielen scheitert es an einem geeigneten Handy. Der Seniorenhandy-Hersteller emporia aus Österreich fordert einen "Digitalisierungs-Turbo".

Laut Umfrage der Deutschen Seniorenliga (478 Befragte im Alter 50+) hat bisher nicht einmal jeder Zweite der Befragten die Corona-Warn-App installiert. Das Hauptproblem: Mehr als ein Viertel der Befragten (26,1 Prozent) gab an, kein passendes Handy zu haben.

Eveline Pupeter, Geschäftsführerin von emporia, Hersteller von einfach zu bedienenden Smartphones, Apps und Tastenhandys, kritisiert Säumigkeit in punkto Digitalisierung. "In Deutschland besitzen mehr als zehn Millionen Menschen über 65 noch kein Smartphone. Das war schon in der Corona-Krise, wo die meisten älteren Menschen isoliert waren, eine Tragik, weil sie ihre Angehörigen nicht sehen, weil sie nicht einmal ein Foto bekommen konnten von ihren Kindern und Enkelkindern. Wenn die am stärksten gefährdete Bevölkerungsgruppe jetzt offensichtlich auch noch von der Nutzung der Corona-Warn-App ausgeschlossen ist, dann müssen alle Alarmglocken läuten", sagt Pupeter.

Besonders ältere Menschen scheuen den Umstieg vom Tastenhandy oder von einem alten auf ein neues Smartphone, weil sie befürchten, mit dem neuen Gerät nicht zurecht zu kommen. "Wir brauchen einen Digitalisierungs-Turbo in Form einer flächendeckenden Trainingsoffensive, um den Senioren den Umstieg auf ein zeitgemäßes Smartphone zu erleichtern", so Pupeter.

Viele Menschen würden vereinsamen, wenn sie nicht mehr mobil wären oder wenn sie wegen einer Krankheitswelle die Wohnung oder das Haus nicht mehr verlassen dürften. Mit einem Smartphone sei es möglich, mit Freunden und Verwandten auch in so schwierigen Zeiten in Kontakt zu bleiben, mit WhatsApp oder mit Video-Telefonieren. Pupeter: "Wir müssen diese digitale Brücke bauen. Wir dürfen nicht zulassen, dass die ältere Generation einfach abgehängt wird."

Auch Erhard Hackler, geschäftsführender Vorstand der Deutschen Seniorenliga, fordert mehr Aufmerksamkeit für Seniorinnen und Senioren: "Wir haben einen Digitalpakt für Schüler, jetzt brauchen wir einen Digitalpakt für Senioren."

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.