Logo Lokalradio RInteln

offenes Bürger (WEB) Radio

Jan Fedder tritt seine letzte Reise im Michel an

Am 14.Januar wäre der am 30.12.2019 verstorbene Jan Fedder 65 jahre alt geworden. Auch wir sind angereist, um Jan Fedder die letzte Ehre zu erweisen, und um uns vor dem wohl letzten Volksschauspieler zu verneigen.

Geplant war es, das wir uns an der Davidswache ins Kondolenzbuch mit eintragen, aber die Schlange war einfach zu lang. Mehr als 2500 Einträge und mittlerweile acht Kondolenzbücher wurden seit dem Auslegen gefüllt. Daran sieht man, wie beliebt Jan Fedder war.

Eine betrübte Stimmung im sonst wohl so heiteren Hamburg. Auch das Wetter lies zu wünschen übrig. Ein absolutes Schmuddelwetter. Man könnte aber auch sagen, das der Himmel um Jan Fedder weint, oder das der Himmel Freudentränen vergiesst, weil er nun einen guten Schutzmann bekommt, so der ARD Programmdirektor Volker Herris. Seit 2000 war Jan Fedder Ehrenkommissar der Hamburger Polizei.

Der Platz vor der St. Michaelis Kirche kurz Hamburger Michel dem Wahrzeichen der Hansestadt Hamburg war gut gefüllt. Freunde, Fans, Medienvertreter und Menschen, die einfach nur Abschied nehmen wollten. Geschätzt so 400 bis 500 Menschen. Und entlang der Reeperbahn wohl auch noch einmal so 200 bis 300 Menschen.

Es wurde vom NDR - Norddeutschen Rundfunk extra für die angereisten eine grosse Leinwand aufgebaut, worauf dann die Trauerfeier übertragen werden sollte, denn der Michel war nur für die ca. 2000 geladenen Gäste.

Unter den Gästen befanden sich Peter Sebastian,

Carlo von Tiedemann, Jörg Pilawa, Tim Mälzer, Mike Krüger, Hugo Egon Balder, Truck Stop, Mitglieder vom Senat Hamburg, Uschi Glas und viele andere mehr.

Natürlich gab es auf NDR 3 und im Facebook für alle die jenigen, die nicht anreisen konnten eine Liveübertragung.

Ein roter Teppich führte in den Michel, und zog sich auch bis zum Altar hin. Rechts und Links des Kirchenganges waren Rosenblätter gestreut. Als die Gäste alle Platz genommen haben betrat Marion Fedder mit dem langjährigen Freund der Familie Jörg Pawlik die Kirche und schritt zum Altar.

In der Hand hielt sie 20 rote Rosen, für jedes Jahr der Ehe eine Rose, die Sie dann auf den Sarg legte. man hörte während des Weges von Marion Fedder den Song "La Paloma" .Aufgenommen wurde dieser Song zu Lebzeiten Ihres Mannes. Viele Kränze schmückten den Alltarraum, und zusätzlich ein Anker und ein Herz aus vielen roten Rosen. Zu sehen war auch das Wahrzeichen der U96 an einen der Kränze.

Der Hauptpastor Alexander Röder hielt diese Trauerfeier, und erzählte immer wieder über die schönen Sachen, und auch die Aussagen von Jan Fedder, und natürlich wie Jan Fedder zum Michel verbunden war.

Aufgewachsen auf dem Kiez, ein original Hamburger Jung, der hier im Michel getauft wurde, im Knabenchor gesungen hat, Konfirmiert und auch Verheiratet wurde. Jan Fedders Mutter leitete die Gymnastikgruppe. Seit Jahren las Jan Fedder auch die Weihnachtsgeschichte im Michel, und war immer so nervös, das er in der Sakritei eine nach der anderen geraucht hat, so Röder. Röder erzählte auch eine kleine Geschichte über ein Ereignis das nach 12 Jahren Ehe stattgefunden hat. Fedder soll mit seiner Frau zur Petersilienhochzeit (12 Jahre Ehe) einfach in den Michel gekommen sein, ohne Anmeldung und Gedöns, um das Ja Wort zu erneuern. Der Altar war zu diesem Zeitpunkt besetzt, so gingen die beiden in die Krypta und gaben sich dort erneut das Ja Wort. Eine weitere kleine Geschichte während der Predigt war auch die Aussage, das viele Menschen im Michel angerufen haben, um Karten für seinen letzten Auftritt zu bestellen.

Während der ganzen Trauerfeier gab es nicht nur Christliche Musik, sondern auch Songs von Deep Purple (Child in Time), Bob Dylan (Knocking on Heavens Door), beide gesungen von Jessy Marten. Jessy Marten hofft mit Ihrem Gesang, das dieser Jan Fedder gut angekommen zu sein, wo er jetzt ist.

Es war eine sehr bewegende Trauerfeier. Bei manchen Aussagen applaudierten die Menschen vorm Michel, beim Tüddelbandlied stimmen alle wie ein grosser Chor gemeinsam an.

Nach dem christlichen Teil der Trauerfeier folgten Verabschiedungen vom ARD Programmdirektor Volker Herris, vom ehemaligen NDR Intendanten Lutz Marmor und dem Polizeipräsidenten Ralf Martin Meyer.

Viele Tränen wurden vergossen, aber die wohl bewegensten Momente waren, als Ehefrau Marion Fedder vor dem Sarg stand und die letzten Worte zu Ihrem Jan sprach, und dann der Ausmarsch aus dem Michel. Der schwere Eichensarg wurde von sechs Beamten der Davidswache getragen, und man hörte den Song von Truck Stop (Grosstadtrevier), der im übrigen wie die anderen Orgelmusikstücke von Manuel Gera gespielt wurden. Der letzte Song, Ich Liebe Dich in der Kirche stammt, wie sollte es auch anders sein von Jan Fedder.

Der Sarg wurde in einen Mercedes von 1983 geladen, um damit dann die Ehrenrunde über die Reeperbahn, Kiez, an seiner Wohnung vorbei bis hin zum Zwick zu drehen.

Auch der Mercedes war in Anlehnung seines Lebens, denn er war Oldtimer Liebhaber. Die Ehrenrunde führten 2 Polizeibeamte auf Motorrädern an, gefolgt vom Mercedes mit dem Sarg, dann der Wagen der in der Serie " Grosstadtrevier" als verdecktes Ermittlerfahrzeug genutzt wurde, in dem Marion Fedder und dem Freund der Familie Jörg Pawlik sassen, weiterhin ein Einsatzfahrzeig der Davidsache "Peter 14-2" und einem Oldtimer.

Auf der ganzen Fahrt wurde der Leichenwagen mehrfach mit Bier übergossen, denn viele der trauernden Menschen haben auf Jan Fedder mit Bier angestossen. Vor der Kult Gaststätte "Zur Ritze" hielt der Wagen einige Minuten an, denn dort sang eine Künstlerin das Ave Maria.

Weiter ging dann die Fahrt zur Gaststätte "Zwick" wo die geladenen Trauergäste eine riesen Abschiedsparty feiern werden, und in der Gaststätte "Zur Ritze" wird eine Geburtstagsparty für Jan Fedder gefeiert.

Die Zahl 14 durchzog irgendwie Fedders Leben:

  • Geboren an einem 14.
  • Serie spielt im Revier 14
  • Einsatzwagen Peter 14-2
  • 14 x am Himmeltor angeklopft
  • 14. Tag der Beerdigung

Der letzte Wille von Jan Fedder wurde super umgesetzt, denn zu Lebzeiten plante er bereits seine Trauerfeier, und seinen letzten Auftritt. Bereits 14 mal klopfte er an die Himmelstüre, aber der liebe Gott wollte ihn noch nicht. Ich bin schon oft dem Tod von der Schüppe gesprungen so Fedder in einem Interview zu Lebzeiten.

Man könnte noch so viel schreiben, aber wir möchten mit den letzten Worten seiner Ehefrau Marion Fedder hier einmal niederschreiben.

Mein geliebter Mann. Das ist der schwerste Gang, den ich je machen musste. Du warst meine Familie, mein Mann, mein Fels, mein engster Vertrauter, mein Alles. Es wird nie wieder jemanden geben, so wie Dich. Ich habe so viel von Dir gelernt. Wir haben gelacht und geweint, sind zusammen durch dick und dünn gegangen, aber immer war uns klar, dass der eine für den anderen da ist. Bedingungslos. Hier im Michel haben wir vor 20 Jahren geheiratet. Dass ich Dich hier heute beerdigen muss, tut mir unendlich weh. Aber sei Dir gewiss: Dein Platz in meinem Herzen wird auf ewig mit Liebe gefüllt sein. Nun muss ich ich auf die letzte schicken - einmal noch über die Reeperbahn. Das hast Du Dir gewünscht. Und dann heisst es schlafen. Für eine lange lange Zeit. Endlich ruhe haben und träumen von all den schönen Dingen, die Du erlebt hast. Mein geliebter Jan, schlaf gut.

Wir verneigen uns vor einem der wohl letzten Volksschaupieler. Jan Fedder hat die Irdische Bühne verlassen, und wird nun auf der himmlischen Bühne erfolg und Applaus ernten.

Einige Kommentare von Facebook:

  • Da läuft mir ein Schauer runter. Er war ein klasse Jung. Ich wünsch seiner Familie und den Schauspielerkollegen ganz viel Kraft und dir Jan, eine gute Reise auf deinem letzten Weg.
  • Ruhe in Frieden Jan. Wir werden Dich vermissen
  • Gute Reise lieber Jan! In unserem Herzen wirst du immer bleiben!
  • In unseren Herzen wirst du weiter Leben Jan ... Du warst und bleibst ein Junge des NORDENS
  • Großer bewegter Abschied, Jan Du hast es VERDIENT
  • Wenn man überhaupt sagen kann das eine Trauerfeier schön war, dann war es heute Jan seine! Wunderschöne aber auch außergewöhnliche Zeremonie, eben ganz unser Jan ... und nun lass es dir gut gehen dort oben und zeig denen, was ein echter Hamburger jung ist .
  • In Hamburch sacht man Tschüss ... Tschüss Jan warst ein Guter.

Da es sehr voll war, und ich den Rollator nicht so schnell überall hinbekommen habe, wie ich gerne wollte, nutze ich Bilder der DPA und einen Screenshot vom NDR.

Bildquellen: DPA & Screenshot NDR (da Pressevertreter im Michel nicht zugelassen waren)

Wir nutzen Cookies auf unserer Website. Einige von ihnen sind essenziell für den Betrieb der Seite, während andere uns helfen, diese Website und die Nutzererfahrung zu verbessern (Tracking Cookies). Sie können selbst entscheiden, ob Sie die Cookies zulassen möchten. Bitte beachten Sie, dass bei einer Ablehnung womöglich nicht mehr alle Funktionalitäten der Seite zur Verfügung stehen.