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Die Arbeit der DKMS unter den Herausforderungen der Coronakrise

Als internationale und weltweit führende Stammzellspenderdatei hat sich die DKMS dem Kampf gegen Blutkrebs verschrieben und versorgt täglich rund 20 Patientinnen und Patienten weltweit mit lebensrettenden Stammzelltransplantaten. Die Coronakrise stellt die DKMS als gemeinnützige Organisation vor enorme Herausforderungen: Oberstes Ziel ist jetzt die Überwindung geschlossener Grenzen und der gesicherte Transport der lebensrettenden Stammzelltransplantate an Transplantationskliniken weltweit. Auch jetzt sind täglich Menschen auf eine Stammzellspende angewiesen, um zu überleben.

900 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der DKMS in Deutschland, den USA, Polen, Großbritannien, Indien und Chile arbeiten rund um die Uhr, um betroffenen Patientinnen und Patienten unter den derzeit dramatisch erschwerten Rahmenbedingungen zu helfen.

Im engen Austausch mit nationalen und internationalen Behörden, Stammzellspenderregistern, Entnahmekliniken und Transplantationszentren sowie internationalen Kurierdiensten und Transportunternehmen ist es der DKMS bisher gelungen, jede in Deutschland entnommene Stammzellspende sicher zu ihren Empfängern in der ganzen Welt zu bringen.

Um einen reibungslosen Ablauf an den deutschen Grenzen sicherzustellen, hat sich auch die Bundespolizei bereit erklärt zu helfen. Doch die unterschiedlichen Regelungen in den einzelnen europäischen Staaten bleiben eine große Herausforderung. Deshalb wendet sich die DKMS gemeinsam mit der World Marrow Donor Association (WMDA) jetzt auch an die Europäische Union, um Rechtssicherheit bei der Überwindung innereuropäischer Grenzen zu erlangen. Mit großer Unterstützung des US-amerikanischen Stammzellspenderregisters National Marrow Donor Program (NMDP/Be the Match) wurde eine Sondergenehmigung für die Einreise von Stammzellkurieren in die USA erwirkt. Die DKMS ist fest entschlossen, weiterhin alles Menschenmögliche zu unternehmen, um Hindernisse zu überwinden und möglichst vielen Blutkrebspatienten eine zweite Lebenschance zu ermöglichen.

"Für Stammzelltransporte darf es keine Grenzen geben. Wir alle sind in der Verantwortung mitzuhelfen, dass die Verbreitung von Covid-19 eingedämmt wird. Denn wir fühlen uns dem Schutz der Gesundheit aller Menschen in ganz besonderer Weise verpflichtet", sagt Dr. Elke Neujahr, vorsitzende Geschäftsführerin der DKMS Group. "Um diese globale Herausforderung zu meistern, sind Einschränkungen etwa von Reisetätigkeiten eine Selbstverständlichkeit. Doch für lebensbedrohliche Situationen sind Ausnahmen unbedingt erforderlich. Wir müssen Grenzen überwinden, um Patienten zu helfen, für die jeder einzelne Tag zählt. Das funktioniert nur über eine enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit. Gemeinsam mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Ärzten, Kurieren und unseren Partnerorganisationen im In- und Ausland sind wir entschlossen und niemals müde, jegliche Hürden zu nehmen und Lösungen zu finden."

Trotz der aktuellen Situation werden weiterhin täglich bei der DKMS registrierte potenzielle Stammzellspender angefragt, um für einen lebensbedrohlich erkrankten Menschen Stammzellen zu spenden. Die Gesundheit und dass Wohlergehen dieser Spender haben dabei Vorrang. Jeder Spender wird individuell beraten und begleitet, insbesondere im Hinblick auf die Reise zu einer Entnahmeeinrichtung. Beim Betreten des Entnahmezentrums und vor dem Beginn der eigentlichen Spende wird ein Screening auf das SARS-CoV-2-Virus durchgeführt. Dies dient dem Schutz des Spenders und des Empfängers sowie den dringend gebrauchten Mitarbeitern in den Entnahmezentren. Gesundheitsexperten haben bestätigt, dass es derzeit keine Hinweise darauf gibt, dass das neuartige Coronavirus über Blut, Knochenmark oder Stammzellprodukte übertragen werden kann - eine wichtige Erkenntnis!

Blutkrebspatienten auf der ganzen Welt benötigen weiterhin dringend unsere Hilfe: Auch heute erkrankt weltweit alle 35 Sekunden ein Mensch an Blutkrebs. Für viele Betroffene ist eine Stammzellspende die einzige Chance auf Heilung. Deshalb bittet die DKMS gerade jetzt eindringlich, sich als Stammzellspender registrieren zu lassen und diesen Aufruf zu teilen.

Zum Schutz der Bevölkerung hat die DKMS alle geplanten Veranstaltungen zur Registrierung potenzieller Stammzellspender verschoben. Dies betrifft öffentliche Registrierungsaktionen im Namen von betroffenen Patienten ebenso wie Veranstaltungen an Schulen, Hochschulen, in Unternehmen oder Sportvereinen. Für alle Menschen, die gerade jetzt helfen und auch andere motivieren möchten, sich bei der DKMS zu registrieren, haben wir die Möglichkeit einer Online-Registrierungsaktion geschaffen. Eine persönlich gestaltete Internetseite mit Registrierungslink dient dazu, diesen mit eigenen Netzwerken zu teilen und auf diese Weise viele Menschen zu erreichen.

Selbstverständlich steht auch weiterhin jedem gesunden Menschen zwischen 17 und 55 Jahren unter www.dkms.de der Weg frei, sich unkompliziert registrieren zu lassen und ein Registrierungsset nach Hause zu bestellen. Die DKMS bittet jeden neu registrierten Stammzellspender um Verständnis, falls es beim Versand zu zeitlichen Verzögerungen kommt und auch das Labor braucht Zeit: Beim Typisierungsprozess werden alle eingehenden Proben für zwei Wochen gelagert, um allen Beteiligten Sicherheit zu geben. Neu registrierte Spender gelangen stets zuverlässig und schnellstmöglich in den weltweiten Suchlauf für betroffene Patienten.

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